Vom Lehen zur Kolonie: Lampedusa von 1436 bis 1843

Veröffentlicht am 09.10.2026 · Epoche: 1436-1843

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Vier Jahrhunderte lang gehörte die Insel Baronen und Fürsten, die nie dort lebten. 1843 kamen dann die Siedler Ferdinands II.

Die schriftlichen Quellen über Lampedusa erzählen vor allem jüngere Geschichte. Die Insel war schon in der Vorgeschichte bewohnt und in römischer Zeit besucht, wie Ausgrabungen zeigen, doch seit dem Mittelalter lag sie fast verlassen.

Ein Lehen ohne Bewohner

1436 gab König Alfons von Aragón Lampedusa und Linosa als Lehen an Giovanni De Caro aus dem Geschlecht der Barone von Montechiaro. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts erscheinen die Inseln im Testament von Ferdinando Tomasi, Sohn der letzten Erbin der Montechiaro. 1667 verlieh Karl II. von Spanien der Familie Tomasi den Titel Fürst von Lampedusa – denselben Titel trug im 20. Jahrhundert der Schriftsteller Giuseppe Tomasi di Lampedusa, Autor des Leoparden.

Eine echte Siedlung gründeten die Tomasi jedoch nie. Weit von Sizilien entfernt und ungeschützt, wurde die Insel zum Zufluchtsort für Piraten.

Idée du port de Lampedouze: französische Karte des Hafens aus dem Besitz von Admiral Coëtlogon, gestorben 1730
Idée du port de Lampedouze: französische Karte des Hafens aus dem Besitz von Admiral Coëtlogon, gestorben 1730Bibliothèque nationale de France, btv1b53237545w (collezione Coëtlogon), Public domain

Malteser, Franzosen, Engländer

Zwischen dem späten 18. und dem frühen 19. Jahrhundert ließen sich auf Lampedusa maltesische, dann französische und schließlich englische Familien nieder. Die europäischen Flotten kannten den natürlichen Hafen gut: 1801 zeichnete Royal-Navy-Leutnant William Swiney seinen Plan, den das britische Hydrographische Amt 1803 veröffentlichte.

Harbour of Lampadosa: Vermessung von Leutnant William Swiney (1801) auf Alexander Dalrymples Karte von 1803
Harbour of Lampadosa: Vermessung von Leutnant William Swiney (1801) auf Alexander Dalrymples Karte von 1803Alexander Dalrymple - Royal Museums Greenwich, F0435, Public domain

26.000 Dukaten und eine Kolonie

Für das Königreich beider Sizilien war die fremde Präsenz ein Risiko: Eine Insel so nah an Sizilien durfte kein englischer Stützpunkt werden. Die Nachforschungen der Krone hatten die Ansprüche der Tomasi in Zweifel gezogen, doch König Ferdinand II. wollte die Sache rasch beenden: 1841 zahlte die Staatskasse der Familie 26.000 Dukaten für Lampedusa und Linosa.

Mit der Kolonisierung wurde Bernardo Sanvisente betraut, Linienschiffsleutnant der bourbonischen Marine. Auf Lampedusa begann sie 1843, auf Linosa 1845. Sanvisente verwaltete die Insel und veröffentlichte 1849 ein Werk über sie, das bis heute eine wertvolle Quelle ist.

Hier beginnt das Lampedusa, das wir kennen: der Hafen, die Häuser der Siedler, die bestellten Felder, die Familien aus Sizilien.


Quellen. A. Nobili, Artiglierie da fuoco nelle acque di Lampedusa fra storia e ritrovamenti, Soprintendenza del Mare, Region Sizilien; Karten der Bibliothèque nationale de France und der Royal Museums Greenwich.

Foto: Idée du port de Lampedouze, ante 1730 - Bibliothèque nationale de France, btv1b53237545w (collezione Coëtlogon), Public domain

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